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Speakers

Warum Sie keinem Experten vertrauen sollten, den Sie nicht verstehen

Als mein Buch über das Darknet erschien, begann ich, Vorträge zu halten. Das ist in Deutschland so: Wer als Journalist ein Buch schreibt, gilt als Experte. Plötzlich stand ich vor Publikum.

Stefan Mey

IT Journalist | Digital- und Technikexperte

„Meine ersten Auftritte waren vor allem bei kleinen Bildungsveranstaltern wie Volkshochschulen oder Bibliotheken. Das Publikum dort ist aufgeschlossen und neugierig – und oft über 60 sowie wenig oder gar nicht IT-affin. Mittlerweile weiß ich: Das war die beste Schule, die ich mir hätte wünschen können. Ich musste lernen, komplizierte Themen einfach zu erklären.

Schon in der Schule und im Studium war ich misstrauisch gegenüber schwer zugänglichen Erklärungen. Die klügsten Menschen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte, können gleichzeitig abstrakteste Dinge in einfachen Worten ausdrücken. Denn nur wer ein Thema wirklich durchdringt, kann Fragen wie diese beantworten: Worum geht es im Kern? Was bleibt übrig, wenn man Fachbegriffe und unnötige Verkomplizierungen wegstreicht? Welches Bild aus dem Alltag macht das Thema intuitiv verständlich? Verständlichkeit ist keine Schwäche, sondern der ultimative Kompetenzbeweis.

Meine Erfahrung ist: So gut wie alles lässt sich in einfachen Worten erklären. Kryptowährungen, Blockchain, das Darknet, Cybercrime, die Macht von Big Tech, digitale Souveränität – das alles mag mathematisch, technisch oder wirtschaftlich komplex sein, aber die Konzepte dahinter lassen sich immer greifbar machen.

Für manche Experten scheint es fast zum Geschäftsmodell zu gehören, sich und ihr Thema mit einem Nimbus der Schwerverständlichkeit zu umgeben. Ich gehe einen anderen Weg – und ich halte ihn für den richtigen. Denn etwas wirklich verstanden zu haben – dank eines Vortrags, Texts oder Buchs – ist die Voraussetzung dafür, kluge und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Man verliert lähmende Angst, kann abschätzen, was wirklich neu und spannend ist, und was nur heiße Luft ist. Und man fällt nicht mehr so leicht auf Scharlatane herein, die Großes versprechen und darauf hoffen, dass niemand sieht, wie klein der Elefant in Wirklichkeit ist.

Nehmen wir als Beispiel die Frage, wie Mitarbeiter sich vor Cyberattacken schützen können. Die Software und die KI, die dabei zum Einsatz kommt, bewegt sich oft auf einem technisch hohen Level. Aber die Prinzipien dahinter sind einfach: Cyberkriminelle appellieren an Gefühle und Wünsche, machen Druck, versetzen sich in Menschen hinein und täuschen über den Absender. IT-Sicherheit besteht stets aus zwei Bausteinen: der technologisch hochgerüsteten IT-Abteilung – und der menschlichen Firewall. Mitarbeiter, die verstehen, wie kriminelle Tricks funktionieren, sind der beste Schutz.

Ich selbst bin kein Informatiker und schreibe keinen Code. Aber ich verstehe, was auf dem Spiel steht – und erkläre es, mit Leidenschaft und Enthusiasmus. Meine Mission ist es, zu entmystifizieren, Faszination zu wecken und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Der deutsche Philosoph Schopenhauer hat einmal geschrieben: „Man gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.“ Mit anderen Worten: Es geht darum, Komplexität in Klarheit zu verwandeln und damit nutzbar zu machen. Meiner Erfahrung nach funktioniert das immer.“ – Stefan Mey

Stefan Mey

IT Journalist | Digital- und Technikexperte

Stefan Mey ist ein renommierter IT-Journalist und Technologie- sowie Digitalexperte. Er begeistert...

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