© Ivar Schutte
Sahar Meradji ist eine Dokumentarfilmerin. Sahar zieht intensiv mit den Menschen, die sie filmt, um. Dies führt zu intimen und oft konfrontativen Dokumentationen, in denen die Zuschauer nicht nur informiert werden, sondern auch zum Nachdenken angeregt werden, wie sie selbst bestimmte Gruppen oder ...
Emanzipation, Ethik, Führung & Management, Generationen, Gesundheit & Pflege, Journalismus, Kunst & Kultur, Kunst Kultur & Gesellschaft, Leadership & Entwicklung, Lebensstil, Marketing & Vertrieb, Medien, Mentale Gesundheit, Philosophie, Psychologie, Soziologie, Storytelling, Verhaltensänderung, Vielfalt & Inklusion, Wissenschaft
Sahar Meradji ist eine Dokumentarfilmerin. Ihre Serien haben eine große Reichweite und zeichnen sich durch ihren rohen, nahen Charakter aus, man ist immer dabei. Sahar zieht intensiv mit den Menschen, die sie filmt, um. Dies führt zu intimen und oft konfrontativen Dokumentationen, in denen die Zuschauer nicht nur informiert werden, sondern auch zum Nachdenken angeregt werden, wie sie selbst bestimmte Gruppen oder Probleme betrachten.
Im Alter von fünf Jahren zieht Sahar zusammen mit ihrer Mutter nach Nederland, wo sie in Leiden aufwächst. Sahars Erziehung ist auf Leistung und Disziplin ausgerichtet, bereits in jungen Jahren liest sie Shakespeare und Nietzsche und wird von ihrer Mutter in der Kunst des Argumentierens geschult. 2010 schließt sie ihr Studium an der Vrije Universiteit van Amsterdam ab und erhält ihren Master of Arts in Literaturwissenschaft.
Sahar produziert Dokumentationen über menschliche Interessen, ihre Arbeit konzentriert sich auf gesellschaftlich komplexe Themen wie Rechtsextremismus und den Islam. Als Interviewerin ist sie bekannt für ihre Fähigkeit, sensible und explosive Themen auf eine unvoreingenommene, direkte und gleichzeitig empathische und zugängliche Weise zu durchdringen.
Wenn ich etwas verstehen will, darf ich es nicht im Voraus verurteilen.
Nachdem sie zusammen mit Tygo Gernandt drei Serien produziert hat, darunter ‚Tygo in der GHB‘, bringt Sahar 2020 ihre eigene Dokumentarreihe ‚Verdoofd‘ heraus, in der sie vier Personen folgt, die süchtig nach Alkohol und/oder Drogen sind, und zeigt, dass Sucht vor allem eine Betäubung eines zugrunde liegenden Schmerzes ist. Damit gewinnt sie den NPO Start Award in der Kategorie ‚meistgestreamte Dokumentarserie von 2020‘. Es folgen unter anderem die Serien ‚Seksengelen‘, ‚Verloren Kinderen‘, ‚Ik Woke van Jou‘ und ‚Eigen Volk Eerst‘. Ihr letztes Werk erschien Anfang 2025; ‚Moslims‘. Darin folgt Sahar verschiedenen praktizierenden Muslimen in Nederland in ihrem täglichen Leben. Sie stellt das Verhältnis zwischen islamischen und westlichen Werten zur Diskussion.
Sahars große Inspiration ist Hannah Arendts Theorie der ‚Banalität des Bösen‘. Sahar sieht die Welt als vielschichtig und oft vor allem entlang der Linie von Emotionen logisch, es gibt kein ultimatives Gut oder ultimatives Böse, menschliches Handeln ist lediglich eine Zusammenkunft von Geschichte, Intention und Kontext. Um einander zu akzeptieren und friedlich nebeneinander zu leben, müssen wir uns zuerst verstehen, und in einer Demokratie ist der Dialog unser einziges Werkzeug. Dieses Prinzip bildet sowohl den Kern aller Dokumentationen, die Sahar produziert, als auch ihrer Vorträge und anderen öffentlichen Äußerungen als Sprecherin. Ihre Haltung ist interaktiv, ehrlich, offen, durchsetzungsfähig, furchtlos direkt und immer menschlich und integer.
Die Themen, auf die sich Sahar spezialisiert, betrachtet sie immer von der menschlichen Seite, jenseits der Zahlen. Dies tut sie sowohl auf der Grundlage ihrer beruflichen Erfahrung, persönlicher Erlebnisse als auch des Wissens, das sie während ihres Studiums erworben hat.