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Pauline Calmez ist die Gründerin der Stiftung Netzwerk Neues Rotterdam. Sie setzt sich für die mentale Widerstandsfähigkeit und verletzliche Jugendliche ein. Durch eine positive Ansprache und das echte Einbeziehen der Jugendlichen entdecken sie, dass sie wertvoll sind, und sie hilft ihnen, einen ...
Pauline Calmez ist Gründerin und Geschäftsführerin der Stiftung Netzwerk Neues Rotterdam. Mit 22 Jahren (2017) gründete sie dieses soziale Unternehmen und erzielte in kürzester Zeit bemerkenswerte Ergebnisse. 2019 stand sie im Finale der Wahl zur Geschäftsfrau des Jahres in Rotterdam (Kategorie: Aufstrebendes Talent), 2020 gewann sie den Nationalen Pflege+Wohlfahrts-Preis und 2023/24 gehörte sie zu den 100 einflussreichsten Fachleuten in der Philanthropie. Und das alles vor ihrem dreißigsten Lebensjahr.
Netzwerk Neues Rotterdam ist eine innovative Stiftung, die sich für die Stärkung der mentalen Widerstandsfähigkeit von verletzlichen Jugendlichen in Rotterdam einsetzt. Sie und ihr Team von mittlerweile 15 Mitarbeitern betreuen jährlich über 1500 Jugendliche. Mit diesen Jugendlichen arbeiten sie an drei wichtigen Themen: Freundschaften schließen, persönliche Entwicklung und Beitrag zur rotterdamer Gesellschaft. Denn, so Pauline: Durch eine positive Ansprache und das echte Einbeziehen der Jugendlichen entdecken sie, dass sie wertvoll sind, und sie hilft ihnen, einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Wichtige Elemente, um Schwierigkeiten im Leben zu überwinden. Gleichzeitig fällt ihr auf, dass diese hyperindividualistische Gesellschaft eine wichtige Rolle beim enormen Anstieg von Angststörungen und Depressionen spielt. Es ist notwendig, Gemeinschaften zu bilden und nicht auf Selbsthilfe, sondern auf gegenseitige Hilfe zu setzen.
Pauline Calmez ist in gewisser Weise auch eine Betroffene. Sie weiß, wie es ist, sich einsam zu fühlen und nicht dazuzugehören. Als junges Mädchen wurde sie gemobbt, und die Unsicherheit hat sie lange mit sich herumgetragen. Auch zu Hause wurde sie nicht immer gesehen und verstanden. Als sie mit 12 Jahren zum ersten Mal ehrenamtlich arbeitete, entdeckte sie, wie viel Wert darin zu finden ist. Seitdem setzt sie sich auf verschiedene Weise für Verletzliche ein und begann mit 16 Jahren, Sozialarbeit zu studieren. Nachdem sie eine Dokumentation über Jugendliche in benachteiligten Stadtteilen in Rotterdam-Süd gesehen hatte, beschloss sie, mit 18 Jahren selbst nach Rotterdam-Süd zu ziehen.
Wenn du etwas für einen anderen bedeuten möchtest, solltest du das am besten an einem Ort tun, wo echte Hilfe benötigt wird.
In den ersten Jahren arbeitete sie dort als Sozialarbeiterin und Streetworkerin. Außerdem hatte sie einen Nebenjob als Familienbegleiterin. Nach dem Abschluss ihres Studiums der Sozialen Arbeit absolvierte sie ein weiteres Studium zur Lehrerin für Sozialkunde und unterrichtete an einem MBO-Kolleg. Sie selbst war 21. Ihr ältester Schüler bereits 28.
In diesen Jahren in Süd hat Pauline viele Erfahrungen gesammelt, die sie geprägt haben. Ergreifende Geschichten, aber auch Geschichten von Hoffnung und Mut. Letztendlich haben all diese Geschichten dazu geführt, dass sie mit 22 Jahren die Stiftung Netzwerk Neues Rotterdam gegründet hat. Der Rest ist Geschichte.
Doch Paulines Geschichte ist nicht nur eine „Erfolgsgeschichte“ einer „Weltverbesserin“. Im Laufe der Jahre musste sie auch viele Rückschläge und Verluste verarbeiten und weiß, wie es ist, mit Angst und psychischen Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Deshalb ist ihre Geschichte auch eine von Verletzlichkeit und Durchhaltevermögen.
Neben ihrer Tätigkeit für die Stiftung Netzwerk Neues Rotterdam ist sie Vorstandsmitglied des Nationalen Programms Rotterdam Süd. In ihrer Freizeit ist sie in einer Kirchengemeinde in Süd aktiv.