© Walter Kallenbach
Mohamedou Ould Slahi, bekannt von Guantánamo Diary. Seine Lebensgeschichte über Guantánamo Bay wurde in dem Netflix-Film The Mauritanian verfilmt. Ein Brückenbauer, der Kulturen, Perspektiven und menschliche Geschichten verbindet.
Mohamedou Ould Slahi ist ein international gefeierter Schriftsteller, Redner und Verbinder, der durch seine beeindruckende Lebensgeschichte und sein einzigartiges Talent, Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Perspektiven zu bauen, bekannt wurde.
Mohamedou wurde 1970 in Rosso, Mauretanien, in einer Familie von Kameltreibern geboren. Mit einem Stipendium verließ er im Alter von 18 Jahren nach Deutschland, wo er Elektrotechnik an der Universität Duisburg (jetzt Mercator Universität) studierte. Er lebte ein gewöhnliches Leben, bis dies im Jahr 2001 eine dramatische Wendung nahm.
Im Jahr 2001 wurde Mohamedou, in der Folge der Anschläge vom 11. September in New York, als Verdächtiger in Mauretanien festgenommen und landete schließlich im berüchtigten Guantánamo Bay.
Insgesamt wurde Mohamedou vierzehn Jahre lang festgehalten, ohne dass jemals eine offizielle Anklage gegen ihn erhoben wurde. Während seiner Haftzeit erlitt er extreme Misshandlungen wie Schlafentzug, Temperaturschwankungen, harte Verhöre, langanhaltende Isolation und sogar ‚Mock-Execution‘. Dennoch suchte Mohamedou trotz allem nach Verbindung, Hoffnung und Bedeutung. In dieser Zeit schrieb er seine weltberühmten Memoiren Guantánamo Diary, vollständig von Hand und in Englisch. Eine Sprache, die er sich während seiner Gefangenschaft erst aneignete. Das Buch wurde ein internationaler Bestseller, in mehr als 25 Sprachen übersetzt, und bildete die Grundlage für den bekannten Spielfilm: The Mauritanian (2021).
Obwohl ein Bundesrichter 2010 seine sofortige Freilassung angeordnet hatte, wurde diese Entscheidung behindert und seine Haft dauerte bis Oktober 2016 an. In dieser gesamten Zeit wurde er nie angeklagt.
Mohamedous unermüdlicher Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit wurde mit verschiedenen internationalen Auszeichnungen gewürdigt.
Schmerz ist eine Sprache, die jeder versteht — es ist eine Brücke, die verbindet.
Seit seiner Freilassung im Jahr 2016 setzt sich Mohamedou Ould Slahi mit Überzeugung für die Förderung von Dialog, Menschenrechten, persönlicher Entwicklung und (gesellschaftlicher) Verbindung ein. Seit 2021 lebt er in den Niederlanden, wo er mit verschiedenen Organisationen an verschiedenen Projekten arbeitet, die zur gesellschaftlichen Verbindung und zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Sein Engagement bei unter anderem der Theaterproduktion Yara’s Wedding spiegelt seinen Einsatz für das Überbrücken kultureller Unterschiede und das Wiederherstellen sozialer Grenzen wider.
Was Mohamedou einzigartig macht, ist seine unermüdliche Resilienz und seine Wahl der Vergebung. Er glaubt, dass selbst die dunkelsten Erfahrungen als Quelle für Verbindung, Mitgefühl und Selbstentwicklung genutzt werden können. Seine Geschichte berührt nicht nur wegen des Unrechts, das ihm widerfahren ist, sondern vor allem, weil er, trotz allem, für Menschlichkeit wählt.