©José Donatz
Studieren, arbeiten, Liebe, alles läuft für Joseph gut, aber dann geht etwas schief...
Am Donnerstag, den 23. Dezember 2004, geschieht etwas, das das junge, komfortable Leben von Joseph Oubelkas drastisch verändert. Seine Geschäftsreise nach Marokko endet in einem Drama. Als er am vorletzten Tag seines Aufenthalts auf dem Gelände eines Geschäftspartners ankommt, sieht er Dutzende von schreienden, bewaffneten Männern in Uniform umherlaufen. Nichtsahnend erkundigt sich Joseph; gerade wurden 2 Kleintransporter mit fast 8000 Kilo Drogen entdeckt. Der damals 24-jährige IT-Unternehmer wird festgenommen: unschuldig und ahnungslos, was ihm widerfährt. Einige Monate später hört er, dass 10 Jahre Haft wegen Drogenhandels gegen ihn gefordert werden. Seine Welt bricht zusammen.
Menschlichkeit
Unterstützt von seiner Mutter, Familie, Freunden und Bekannten ist Joseph langsam aber sicher in der Lage, das Beste aus seiner unrechtmäßigen Inhaftierung und dem harten Gefängnisleben zu machen. Er befolgt den Rat seiner Mutter: „Konzentriere dich, übernimm Verantwortung, setze dir Ziele und erreiche sie, aber du musst es selbst tun.“ Josephs Empathie und Menschlichkeit erweisen sich als friedliche Waffen in seinem Überlebenskampf. Er freundet sich mit Gefangenen und Wärtern an. Er liest, lernt, treibt Sport, unterrichtet und unternimmt. Trotz der Fehler im Urteil und der Schlussfolgerung des Außenministeriums, dass es keine Beweise gibt, sitzt er von Dezember 2004 bis Juni 2009 in Haft.
Endlich frei!
Dann ist es Mittwoch, der 17. Juni 2009: der Tag seiner Freilassung. Joseph kommt nach Hause und findet sich in einem warmen Empfang wieder. Mit Familie und Freunden macht er aus jedem Tag ein Fest. Nach Monaten der Freude, Erleichterung und des Vergnügens erlebt Joseph einen Rückschlag. Er ist arbeitslos. Seine damalige Freundin hat jemand anderen. Er kämpft mit Albträumen und einer Welt, die schnell erwartet, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommt. Der Druck ist groß. Wieder ist da der liebevolle Kreis von Familie und Freunden, die ihn unterstützen. Joseph findet zu sich selbst zurück, trifft seine jetzige Liebe und beschließt, seine Erfahrungen in einem Buch festzuhalten. Der Beginn seines Weges zurück zu einem schönen Leben.
Wie geht es ihm jetzt?
Sehr gut! Aus seiner jahrelangen, unrechtmäßigen Haft sind der Bestseller 400 Briefe von meiner Mutter (2011) und die Fortsetzung Gesundheit Liebe Freiheit (2014) hervorgegangen. Seitdem reist Joseph von seinem Wohnsitz in Maastricht durch ganz Nederland und die Welt, um zu erzählen, was er erlebt und gelernt hat. Wie er seine Erfahrungen in sein Leben integriert hat. Durch seine Bücher und Vorträge möchte er so vielen anderen Menschen wie möglich helfen. Joseph steht mit beiden Beinen fest im Jetzt. Er lässt das Leben kommen, wie es kommt, und genießt zusammen mit seiner Freundin, seinem Sohn, seiner Mutter, Familie und Freunden den Moment. Joseph lebt jetzt den Traum, den er in der Haft hatte.