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Speakers
© Monique Giling
Nachhaltige Innovation & Frauengesundheit

Tamara Hoveling

Tamara Hoveling ist Forscherin, Sprecherin und Mitbegründerin von NovaLilium, dem Start-up hinter dem Neuentwurf des Entenschnabels „Lilium“. Ihre Arbeit befindet sich an der Schnittstelle von medizinischem Design, nachhaltiger Innovation und Frauengesundheit.

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Themen

1. Die Pflege als Wegwerfindustrie: warum zirkuläres Denken unvermeidlich ist

Die Gesundheitsversorgung rettet Leben, gehört aber gleichzeitig zu den umweltschädlichsten Sektoren der Welt. Während der Druck auf das Gesundheitssystem zunimmt, bleibt das Fundament weitgehend linear: produzieren, nutzen, wegwerfen. Aus ihrer Promotionsforschung zeigt Tamara Hoveling, wie zirkuläres Design die Gesundheitsversorgung verändern kann — von weniger Abfall bis hin zu intelligenteren und nachhaltigeren Medizintechnologien. Darüber, wie ein Sektor, der sich um Gesundheit dreht, selbst nachhaltig werden kann.

2. Gesundheitsversorgung von Frauen: entworfen ohne Frauen

Viel medizinische Technologie ist aus einer begrenzten Perspektive entwickelt worden, wodurch die Erfahrungen von Frauen strukturell unzureichend in Design, Forschung und Praxis einbezogen werden. Das hat Folgen für Diagnose, Behandlung und Vertrauen in die Versorgung. Mit der Geschichte hinter der Lilium zeigt Tamara Hoveling, wie diese blinden Flecken entstehen — und warum sie so hartnäckig in medizinischer Innovation sind. Über das, was sich ändert, wenn Frauen selbst mitbestimmen, wie Versorgung und Technologie gestaltet werden.

3. Sicher in der Theorie, umweltschädlich in der Praxis: die verborgene Auswirkung von Gesundheitsinnovation

Medizintechnologie muss strenge Sicherheitsnormen erfüllen, aber das führt in der Praxis oft dazu, dass Produkte schneller ersetzt, abgelehnt oder nicht mehr verwendet werden als nötig. Was „sicher auf dem Papier“ ist, kann zu unnötiger Verschwendung von Materialien, Geld und Kapazität führen. Gleichzeitig stimmt das, was von Pflegekräften und Patienten als sicher empfunden wird, nicht immer mit dem überein, was technisch in Protokollen festgelegt ist. Diese Kluft bestimmt in hohem Maße, wie Technologie verwendet wird — und wie viel unnötig im Abfallstrom der Pflege verschwindet.

4. Digitalisierung im Gesundheitswesen: Innovation oder neue Verschwendung?

Die Pflege digitalisiert sich in hohem Tempo, von elektronischen Patientendossiers bis zu intelligenten medizinischen Geräten und digitalem Monitoring. Aber mehr Technologie führt nicht automatisch zu besserer oder nachhaltigerer Pflege. Manchmal ersetzen digitale Lösungen einfache Alternativen, mit zusätzlichem Materialverbrauch, Energieverbrauch und E-Abfall als Folge. Über wann Digitalisierung echten Wert hinzufügt — und wann sie vor allem Komplexität und Auswirkungen vergrößert.

5. Inklusive Pflege: warum ein Design niemals für alle funktioniert

Viele medizinische Produkte und Pflegeprozesse werden aus der Perspektive eines Standardnutzers entworfen. Aber in der Praxis unterscheiden sich Patienten und Pflegekräfte stark in Körper, Erfahrung, Sprache, Vertrauen und Kontext. Dadurch passt das, was „durchschnittlich gut entworfen“ ist, längst nicht immer zur Realität der Pflege. Darüber, wie Design bestimmt, wer gut bedient wird — und wer strukturell weniger gut berücksichtigt wird.

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