© Thijs Huizer
Jurs Geschichte ist ein Zeugnis für Durchhaltevermögen, die ständige Selbstentwicklung und die Kraft der Musik, selbst in den dunkelsten Zeiten. Sein offener Blick und die Entschlossenheit, anderen zu helfen, bilden den Kern seiner Botschaft.
Stell dir vor, du wachst in einem Krankenhaus auf und weißt nichts mehr. Keine Erinnerungen, keine Vergangenheit, keine Ahnung, wer du bist.
Strg – Alt – Entf. Dies geschah Jur Deitmers.
Was folgte, war nicht nur eine einschneidende medizinische Geschichte, sondern der Beginn eines Lebens, das neu gestaltet werden musste. Ohne Erinnerungen musste Jur Schritt für Schritt herausfinden, wer er war, wie die Welt funktionierte und wie er sich zu anderen verhielt. Die Genesung war verwirrend, intensiv und manchmal konfrontierend, brachte aber auch eine besondere Sichtweise mit sich: offen, neugierig und ohne schnelle Urteile.
Vor seiner Krankheit studierte Jur Wirtschaft und Philosophie an der Erasmus-Universität Rotterdam. 2016 ging er für ein Studienjahr an die Harvard University. Ein Jahr später änderte sich alles. Jur erlitt zwei aufeinanderfolgende Gehirnentzündungen: zuerst eine schwere Enzephalitis durch das Herpes-simplex-Virus und danach NMDAR-Enzephalitis. Durch die erste Entzündung verlor er sein gesamtes autobiografisches Gedächtnis.
Bemerkenswerterweise blieben einige Fähigkeiten intakt. So stellte sich heraus, dass Jur immer noch Klavier spielen konnte. Während seine Erinnerungen verschwunden waren, blieb diese Fähigkeit irgendwo in seinem Gehirn gespeichert. Es zeigt, wie komplex und faszinierend unser Gedächtnis tatsächlich funktioniert.
Was folgte, war ein gezwungener Neustart seines Lebens.
Jur teilt seine Geschichte in Vorträgen, die berühren und zum Nachdenken anregen. Mit persönlichen Erfahrungen, Humor und scharfen Beobachtungen zeigt er, wie schnell wir geneigt sind, zu urteilen, wie stark unsere Annahmen unser Verhalten steuern und wie viel Raum entsteht, wenn wir mit echter Neugier aufeinander schauen.
Seine Geschichte handelt nicht nur vom Gedächtnisverlust, sondern vor allem davon, wie wir als Menschen aufeinander schauen, wie wir Erfahrungen Bedeutung verleihen und wie Offenheit neue Perspektiven schaffen kann.
„Sei kein Opfer deiner Vergangenheit, sei ein Regisseur der Zukunft“
Die Vorträge von Jur sorgen für Wiedererkennung, Reflexion und oft auch überraschende Einsichten.
Publikum und Organisationen nehmen unter anderem mit:
• Wie schnell wir denken, zu wissen, wer jemand ist;
• Wie stark Vorurteile und Annahmen unser Verhalten beeinflussen;
• Wie Neugier und Offenheit zu besseren Gesprächen und Zusammenarbeit führen;
• wie Resilienz und Anpassungsfähigkeit uns weiterbringen können, als wir denken;
• Das Ergebnis ist ein Vortrag, der berührt, inspiriert und noch lange Gesprächsthema bleibt.
• Gesellschaftliches Engagement.
2019 gründete Jur die ItsME Foundation. Mit dieser Stiftung setzt er sich für mehr wissenschaftliche Forschung zu Meningitis und Enzephalitis ein, um die Überlebenschancen zu erhöhen und Patienten und Familien besser zu unterstützen.
Seine besondere Geschichte erregte auch die Aufmerksamkeit des Filmemachers Ivo Niehe, der eine Dokumentation über sein Leben drehte.
Willst du mehr über Jurs Geschichte erfahren? Höre dir dann den Podcast ‘Der Junge Ohne Gestern’ von WNL/NPO an.