© Nichon Glerum
Jaïr Stranders ist Philosoph, Theatermacher und Programmgestalter. Als künstlerischer Leiter von Theater Na de Dam bewegt er sich seit Jahren an der Schnittstelle von Kunst, Ethik und Gesellschaft. In Vorträgen untersucht er, wie moralische Führung mit Selbstreflexion beginnt: die Fähigkeit, ...
Jaïr Stranders ist Philosoph, Programmgestalter und neben seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied von gesellschaftlichen und kulturellen Einrichtungen auch künstlerischer Leiter von Theater Na de Dam. Aus seiner Erfahrung als Theatermacher und Dozent entwickelte er sich zum Spezialisten auf dem Gebiet der Erinnerungskultur, gesellschaftlichen Spaltung und moralischen Führung. Er arbeitet mit Institutionen wie der Gemeinde Amsterdam, der Nationalen Polizei, dem Nationalen Komitee 4. und 5. Mai und verschiedenen führenden Museen.
Als gefragter Redner in Medien wie Buitenhof und früher Bar Laat reflektiert er über die moralischen und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit; 2024 wurde er bei der Taalstaat NPO1 zum Taalstaatmeister des Jahres ernannt.
Sein jüdischer Hintergrund und seine marokkanisch-islamische Schwiegerfamilie ermöglichen es ihm, verschiedene Perspektiven von innen heraus zu kennen und die komplexen Fragen unserer Zeit zu erläutern, ohne sie zu vereinfachen.
Seine Präsentationen und Schulungen sind sowohl intellektuell als auch erfahrungsorientiert. Aus seiner Theatererfahrung lässt er in seinen Schulungen die Teilnehmer durch Körper, Raum und nonverbale Kommunikation erfahren, was persönliches und moralisches Führung in der Praxis bedeutet. Nicht hierarchische Führung steht im Mittelpunkt, sondern Wahrnehmen, Zögern, Öffnen – und das Aushalten in moralischer Spannung.
Seit dem 7. Oktober 2023 spielt er eine sichtbare Rolle im öffentlichen Diskurs über gesellschaftliche Spaltung, Antisemitismus und Muslimhass sowie die Grenzen der Empathie. Seine Arbeit ist eine Einladung zur Neubewertung von Werten und zur Suche nach moralischer Tiefe statt moralischer Gewissheit.
Wer alles sicher weiß, hat moralisch ausgeredet.