Teun Voeten gehört zur Spitze des internationalen Kriegsjournalismus. Seine Karriere begann 1991 in Tel Aviv, als die Stadt von Saddam Hussein mit SCUD-Raketen beschossen wurde. Er berichtete mit Bild und Text aus Krisengebieten weltweit, unter anderem aus Ex-Jugoslawien, Kongo, Irak, Liberia, ...
Dr. Teun Voeten ist seit über 33 Jahren kultureller Anthropologe und Kriegsfotograf. Er besuchte nahezu jedes Krisengebiet der Welt und hat 7 Bücher veröffentlicht. Auf einzigartige Weise kombiniert er einen intellektuellen, akademischen Hintergrund mit Feld Erfahrungen in den herausforderndsten und extremsten Regionen und Situationen. Er promovierte in Leiden mit einer Dissertation mit dem Titel ‘Die mexikanische Drogengewalt. Hybride Kriegsführung, räuberischer Kapitalismus und die Logik der Grausamkeit.’ In seiner Studie untersucht er die Dynamik des Drogenkriegs in Mexiko und vergleicht dessen hybriden Charakter mit dem Krieg, den ISIS gegen den Westen erklärt hat. Zudem analysiert er Drogenkartelle als hyperkapitalistische Unternehmen, die erstaunlich viele Gemeinsamkeiten mit regulären Firmen aufweisen. Schließlich untersucht Voeten, wie normale Menschen zu Mördern werden können und zieht einen Vergleich zwischen mexikanischen Auftragskillern, Dschihadisten und westafrikanischen Kindersoldaten. Wie sind Menschen in der Lage, ‚unmenschliche‘ Grausamkeiten zu begehen, die im Grunde genommen rein menschlich sind? Und was ist der Sinn von sinnlosem Gewalt?
Voeten gehört zur Spitze des internationalen Kriegsjournalismus. Seine Karriere begann 1991 in Tel Aviv, als die Stadt von Saddam Hussein mit SCUD-Raketen beschossen wurde. Er berichtete mit Bild und Text aus Krisengebieten weltweit, unter anderem aus Ex-Jugoslawien, Kongo, Irak, Liberia, Gaza, Nicaragua, Libyen und zuletzt aus der Ukraine und Syrien, für Magazine wie Vanity Fair, New York Times, de Volkskrant und Vrij Nederland, aber auch für Organisationen wie Human Rights Watch, die UNHCR und das ICRC. Voeten steht mit beiden Beinen im Schlamm und kennt wie kein anderer die Risiken des Berufs. In Bosnien wurde er von einem Scharfschützen ins Bein geschossen, in Kolumbien wurde er von marxistischen Rebellen mit vorgehaltener Waffe aus einem Bus gezerrt und entführt, er überlebte einen Überfall eines Trupps von Drogenkindersoldaten in Sierra Leone, nach dem er sich zwei Wochen im Busch verstecken musste, lag mehrfach unter Beschuss in Hinterhalten der Taliban und war als einziger Journalist in Kigali, als der Völkermord in Ruanda ausbrach. Für einen Bericht lebte er fünf Monate mit drogenabhängigen, schwarzen Obdachlosen in einem Tunnel in New York. Vrij Nederland beschrieb ihn als ‘den abenteuerlichsten Reporter der Niederlande’, der Schriftsteller Arthur van Amerongen nannte ihn ‘eine Katze mit sieben Leben’.
Voeten ist jedoch kein rücksichtsloser Abenteurer. Getrieben von einem tiefen Engagement, Empörung über Ungerechtigkeit und intellektueller Neugier erkundet er die Grenzen des menschlichen Daseins. Darüber hinaus hat er ein mehr als gesundes Interesse an Außenpolitik, gekoppelt an eine innere Unruhe, die ihn immer wieder antreibt. Ursprünglich studierte er kulturelle Anthropologie und Philosophie in Leiden. Fotografieren lernte er in der Praxis. Er schrieb Bücher über die Obdachlosen in New York, den Bürgerkrieg in Sierra Leone, der ihm fast das Leben kostete, und veröffentlichte das Fotobuch ‘Narco Estado’, für das er 3 Jahre lang die Drogengewalt in Mexiko unbarmherzig mit seiner Kamera dokumentierte. Nach seiner Mexiko-Studie führte er eine Untersuchung für die Stadt Antwerpen durch, die in sein vielgelobtes Buch ‘Drogen, Antwerpen im Griff der niederländischen Syndikate’ mündete. 2022 veröffentlichte er sein letztes Buch: ‘Drogendealer des Teufels. Der weltweite Aufstieg von Crystal Meth’, für das er in die durch Drogen desintegrierten Viertel von Los Angeles, Kabul, Tijuana und Philadelphia reiste. Voeten sprach mit Kartellen, Abhängigen, Teilnehmern an mit Drogen angereicherten Orgien und verurteilten Kriminellen.
Voeten ist ein begnadeter Redner mit einer faszinierenden Geschichte. Vom abstrakten Politischen bis zum rein Persönlichen. Von Obdachlosigkeit bis Drogengewalt. Von den mexikanischen Kartellen bis zur niederländischen Unterwelt und dem unterminierenden Einfluss des Narcokapitalismus. Über Sinn und Unsinn der Legalisierung und die übertriebene Drogenabhängigkeit des Westens. Über ethische und ästhetische Dilemmata in der Kriegsfotografie, über das Balancieren zwischen Voyeurismus und Ausbeutung. Über das sich verändernde Gesicht des Krieges, über Terrorismus, Kriminalität und Globalisierung, über die Risiken des Berufs, die ständige Konfrontation mit Tod und Elend, wie es sich anfühlt, selbst fast getötet zu werden und tatsächlich geliebte Kollegen zu verlieren. Aber auch darüber, wie menschliches Verhalten unter Stress kulturspezifische, aber auch universelle Aspekte hat, über die dunklen, aber auch hellen Seiten des Menschen.
Auf erudierte Weise analysiert, kombiniert und relativiert Teun Voeten überraschende und manchmal provokante Standpunkte. Voeten hält Vorträge für ein Publikum, das von Gefangenen über Polizisten, von Managern über Entscheidungsträger, von Philosophen über Betriebswirte und Anwälte, von Künstlern bis zur lokalen Rotary-Club reicht. Mit einem Sinn für Humor, einer No-Nonsense-Mentalität und einem Schatz an außergewöhnlichen Erfahrungen, von grausam bis glänzend, gelingt es ihm, sein Publikum auf unnachahmliche Weise mit Worten und Bildern zu fesseln.