Der eine Biologe übt sein Fach mit einem Fernglas aus, der andere mit Reagenzgläsern. Midas Dekkers (1946) tut dies mit Schreibmaschine, Mikrofon oder Kamera. Sein Interesse für Tiere blühte während seines Studiums in Amsterdam auf, sein Interesse für Menschen wurde im elterlichen Café ...
Der eine Biologe übt sein Fach mit einem Fernglas aus, der andere mit Reagenzgläsern. Midas Dekkers (1946) tut dies mit Schreibmaschine, Mikrofon oder Kamera. Sein Interesse für Tiere blühte während seines Studiums in Amsterdam auf, sein Interesse für Menschen wurde im elterlichen Café geweckt. Meistens schreibt Midas Dekkers über die Schnittstellen zwischen beiden. Da diese ziemlich merkwürdig sind, gibt es dabei mehr als einmal etwas zu lachen. Ehe man sich versieht, hat man wirklich etwas gelernt. Nach seinem Studium begann er, kurze Stücke über Tiere zu schreiben. Er lieferte Beiträge unter anderem für die NRC Handelsblad, die Volkskrant und die Vara-Gids.
Für die Vara machte er die Fernsehsendungen ‘Midas’, ‘Gefundenes Fressen’ (über Essen), ‘Erste Druck’ (über Bücher) und für die VPRO die Kindersendungen ‘Max Ladegewicht’ und ‘Pötchen’.
Bis 2007 sprach Midas Dekkers jeden Sonntagmorgen seine Kolumne im VARA-Radioprogramm ‘Frühe Vögel’ ein. Von den Bänden, die daraus erschienen, ist ‘Der Gnu’ (1998) der letzte. Ein großer Erfolg war ‘Liebes Tier’ (1992), über die äußerste Konsequenz der Liebe zwischen Mensch und Tier: die Bestialität. In ‘Die Vergänglichkeit’ (1997) wehrt sich Midas Dekkers gegen den Zeitgeist, der alles verherrlicht, was jung ist, und das Alte verachtet. Seine Kinderbücher wurden mehrfach mit dem Silbernen Griffel und dem Flagge und Wimpel ausgezeichnet und bis ins Japanische und Baskische übersetzt.
Auch viel Erfolg hatte Dekkers mit ‘Die Made’ (2002), in dem er auf erfrischende Weise Kinder unter die Lupe nimmt. Ein Kind ist kein kleiner Erwachsener, dem etwas fehlt, sondern ein ganz eigenes Wesen. In ‘Die Made’ vergleicht Midas Dekkers ‘das Junge des Menschen’ mit dem Jungen von Insekten.
Neben drei Silbernen Griffeln und zwei Flaggen und Wimpeln wurde er unter anderem zum Mercur Kolumnisten des Jahres 2002 ernannt, gewann zusammen mit dem Programm ‘Frühe Vögel’ den Prins Bernhard Kulturfonds Preis für Naturschutz im Jahr 1994 und den Eureka Wissenschaftspreis 2003.
Über sein mit dem Silbernen Griffel ausgezeichnetes Buch ‘Der große Moment. Wie Tiere geboren werden’, sagte die Jury Folgendes: “Charakteristisch für Dekkers sind die Formulierungen, die nicht nur witzig sind, sondern durch originale Bilder deutlich machen, was schwer zu verstehen ist. Damit sagen wir nichts Neues: Es wurde bereits mehrfach bei früheren Auszeichnungen festgestellt. Die Jury hat beschlossen, in Wiederholungen zu verfallen, da dieses Buch erneut einen Silbernen Griffel wert ist.”
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