© Walter Kallenbach
Kelli van der Waals untersucht den Einfluss der Technologie auf unser persönliches Leben, wie wir uns durch Smartphones und soziale Medien verändern, was sie mit dem Schönheitsideal und unserem Selbstbild anstellen. Wie gewinnen wir einen Überblick in dieser neuen, verwirrenden Welt?
Kelli van der Waals ist eine preisgekrönte Journalistin und Kolumnistin, die wie keine andere den Zeitgeist entlarven kann. Sie schrieb das Buch ‘Picture perfect‘, über die erste Generation von Teenagern, die kein Leben ohne Internet kennt und von klein auf ein öffentliches Leben führt. 2021 erschien ‘Koud water‘, eine Sammlung ihrer Essays über die Wunder dieser Zeit.
In ihren Reportagen, Essays und Interviews für unter anderem Vrij Nederland untersucht Van der Waals den Einfluss der Technologie auf unser persönliches Leben, wie wir uns durch Smartphones und soziale Medien verändern, was sie mit dem Schönheitsideal und unserem Selbstbild anstellen, und wie wir versuchen, einen Überblick in dieser neuen, verwirrenden Welt zu gewinnen. In ihrer Kolumne auf der Rückseite von Trouw analysiert sie zweimal pro Woche unser digitales Leben und die Diskussionen auf (und über) soziale Medien. Regelmäßig ist sie als ‚digitales Gewissen‘ in der Radiosendung Goed Ingelichte Kring auf Radio 1 zu hören. Van der Waals erklärt gerne, was Technologie, Kaltwasser-Schwimmer, Minimalismus und der Brazilian Butt Lift miteinander zu tun haben.
Und sie erzählt gerne von den Erkenntnissen, die sie mit ihrem ersten Buch gewonnen hat. Seit 2017 verfolgt Van der Waals etwa dreißig Teenager, um diesen besonderen Moment in der Zeit festzuhalten: unsere Beziehung zu sozialen Technologien befindet sich, ähnlich wie die Charaktere in Picture Perfect, in einer Art Jugendphase. Es beeinflusst, wie die heutigen Jugendlichen ihre Identität finden und ihren Platz in der sozialen Hierarchie, wie sie sich selbst sehen und miteinander umgehen. Und oft haben sie keine Ahnung, wie weitreichend die Auswirkungen kleiner Fehler sein können und dass das Internet nicht vergisst.
In sozialen Medien erzählen wir uns den ganzen Tag, wie man lebt: wie man Sport treibt, wie man isst, was man denkt, was man fühlt, wie man reagiert. Wir zeigen es einander und ahmen es nach. So ist der Mensch, gemacht zum Imitieren.
Seit der Veröffentlichung von Picture perfect ist immer mehr über die tiefgreifenden Auswirkungen dieser Technologien bekannt geworden, und Van der Waals verfolgt die Entwicklungen genau. Wir sind kritischer gegenüber dem Platz der Technologie in unserem Leben geworden, aber können wir mit unseren kritischen Einsichten der wachsenden Einfluss der Technologie standhalten?
Was die junge Generation von der restlichen unterscheidet: Sie führt von Anfang an ein öffentliches Leben. Neben ihrer physischen Präsenz haben diese Teenager eine ausgeprägte Präsenz im Internet, wo jeder, der sie kennt, oder zumindest jeder, der ihnen folgt, sie sehen kann.
Im Jahr 2023 wurde Picture perfect in die VWO-Prüfung für Philosophie aufgenommen. Mit dem Artikel, auf dem das Buch basiert, gewann Van der Waals den Mercur Award für die beste Reportage von 2018.