© Evert Jan Daniels
Herman Pleij ist emeritierter Professor für historische niederländische Literatur. Er ist beim breiten Publikum bekannt durch seine Auftritte in DWDD.
Herman Pleij versteht es auf begeisternde Weise, das Interesse des Publikums für Themen wie: mittelalterliche Literatur, kulturhistorische Themen und unsere (historische) niederländische Identität zu wecken. Dieses Publikum erreicht er beispielsweise durch Vorträge und im Fernsehen. So ist Herman unter anderem regelmäßig in der Sendung De Wereld Draait Door zu sehen, wo er auf begeisternde und verständliche Weise dem Publikum über die niederländische Geschichte erzählt und seine Sicht auf die gegenwärtige Gesellschaft gibt.
Herman studierte Niederländische Sprache und Literatur an der Universität Amsterdam. 1979 promovierte er mit der Arbeit ‚Het Gilde van de Blauwe Schuit. Literatur, Volksfest und Bürgerethik im späten Mittelalter‘ (neu aufgelegt 1983 und 2009). Diese Studie beschäftigt sich insbesondere mit Karnevalstexten und den Bedeutungen der temporären Etablierung umgekehrter Welten. Von 1981 bis 2008 war er Professor für historische niederländische Literatur an der Universität Amsterdam. Von 1990 bis 1992 war er dort Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften. 1993 wurde Herman Pleij von der belgischen Regierung mit dem Francqui-Lehrstuhl für Ausländer ausgezeichnet und 2000 von der Katholischen Universität Brüssel mit einem Ehrendoktorat. Bei seinem Abschied von der Universität wurde er königlich ausgezeichnet als Ritter im Orden des niederländischen Löwen. Herman Pleij interessiert sich besonders für Volksliteratur und Volkskultur, Theater, die Rederijkers, die Bedeutung der frühen Druckerpresse, die Entwicklung einer Bürgerethik und von niederländischen Identitäten im Allgemeinen.
Herman Pleij produzierte 1991 eine sechsteilige Radio- und TV-Serie für TELEAC mit dem Titel ‚Sprekend over de middeleeuwen‘, aus der auch ein Buch unter demselben Titel entstand. Bei NRC-Academy erschienen zwei separate CD-Boxen mit Hörvorträgen über das Mittelalter (2005) und über die Kulturgeschichte der Niederlande (2010). Bei LuisterWijs in Leusden erschien 2012 eine CD-Box über Erasmus. Herman arbeitete auch an der CD-Box über die niederländische Geschichte des Historisch Nieuwsblad (2010) mit.
Herman schreibt zudem in Tages- und Wochenzeitungen über kulturhistorische Themen. Essays über niederländische Mentalitäten und die nationale Zivilisationsgeschichte sind unter den Titeln ‚Het Nederlandse onbehagen‘ (1991), ‚Hollands welbehagen‘ (1998), ‚Tegen de barbarij‘ (1999), ‚De herontdekking van Nederland‘ (2003), alle neu aufgelegt, und am aktuellsten ‚Erasmus en het poldermodel‘ (2005) gesammelt. Darüber hinaus hat Herman verschiedene Bücher veröffentlicht, darunter „Anna Bijns, van Antwerpen“ (2011) und „Moet kunnen op zoek naar een Nederlandse Identiteit“ (2014).