© Walter Kallenbach
Carolijn Brouwer ist die erste weibliche Gewinnerin des Volvo Ocean Race. Carolijn ist eine Topseglerin in der Segelwelt.
Carolijn Brouwer ist eine in den Niederlanden geborene belgische Seglerin. Sie nahm dreimal an den Olympischen Spielen teil, zweimal für die Niederlande und einmal für Belgien.
Obwohl sie in den Niederlanden geboren wurde, lebte sie in ihrer Jugend in Brasilien und (kurz) in Zaire. Sie begann mit dem Segeln in einem Optimist, als sie 10 Jahre alt war. Mit etwa vierzehn Jahren kehrte sie in die Niederlande zurück, wo sie ihr Doktorexamen in Sprachen und Kulturen Lateinamerikas an der Rijksuniversiteit Leiden ablegte. In dieser Zeit begann sie mit dem Regattasegeln. Für diesen Sport ließ sich Brouwer 2007 als Belgierin einbürgern, wodurch sie die niederländische Staatsangehörigkeit verlor.
Brouwer erzielte ihre ersten Erfolge in der nicht-olympischen Klasse Laser Radial, mit Höhepunkten wie der Jugendweltmeisterschaft 1991 und der Weltmeisterschaft 1993. Durch diese Erfolge wurde sie ermutigt, in die olympische Europe-Klasse zu wechseln, und schon bald errang sie darin die Weltmeistertitel 1996 und 1998. 1998 wurde sie auch zweite bei der Weltmeisterschaft Laser Radial und gewann die Europe-Kategorie der Kieler Woche. Für diese Leistungen erhielt sie in diesem Jahr den wichtigsten Segelpreis der Welt, den ISAF World Sailor of the Year Award, sowie den wichtigsten Segelpreis der Niederlande, die Conny van Rietschoten Trofee.
Durch starke Konkurrenz im eigenen Land von Margriet Matthijsse konnte sie trotz ihres Weltmeistertitels von 1996 nicht an den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta teilnehmen. Die Teilnahme an Sydney 2000 drohte ihr ebenfalls zu entgehen, da erneut eine stärkere Matthijsse im Weg stand. Daher wechselte Brouwer kurz vor den Spielen die Klasse und erzwang zusammen mit Alexandra Verbeek die Selektion in der 470-Klasse. Dort belegte das Duo den elften Platz.
Für Athen 2004 wurde sie in ihrer eigenen Europe-Klasse ausgewählt, konnte jedoch aufgrund von Coaching-Problemen nicht über den neunzehnten Platz hinauskommen. Nach den Spielen von 2004 bildete sie zusammen mit ihrem damaligen belgischen Freund Sébastien Godefroid ein Team in der olympischen Tornado-Klasse, mit dem Ziel, Gold bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking zu gewinnen. Dafür ließ sie sich als belgische Staatsbürgerin einbürgern. Brouwer und Godefroid belegten den zwölften Platz. Ein Jahr zuvor hatten die beiden ihre Liebesbeziehung beendet.
Brouwer segelte das Volvo Ocean Race 2001-2002 als Skipperin der Yacht Amer Sports Two. Sie beendete dieses Segelrennen um die Welt auf einem geteilten siebten Platz in der Gesamtwertung. 2007 und 2008 war Brouwer Skipperin des niederländischen Extreme 40 Katamarans von Holmatro in der iShares Cup. In ihrem ersten Jahr beendete sie diesen Wettbewerb als zweite. Brouwer segelte 2014 und 2015 erneut das Volvo Ocean Race, diesmal mit der Yacht Team SCA. Das Team belegte den sechsten Platz in der Gesamtwertung.
In der Ausgabe 2017-2018 des Volvo Ocean Race gewann sie mit Dongfeng Race Team den Gesamtsieg nach einer spannenden letzten Etappe nach Den Haag. Bei Beginn der Etappe gab es noch drei mögliche Gewinner dieser Ausgabe. Als einziges Team der Top drei wählte Dongfeng eine Route entlang der Küste. Nach einem anfänglichen großen Rückstand gewann das Team mit einem Vorsprung von 16 Minuten. Carolijn Brouwer wurde damit die erste weibliche Seglerin, die das Volvo Ocean Race gewann.
An Land bin ich rational und denke lange über die Dinge nach. Auf dem Wasser entscheide ich sehr intuitiv.
