Die Schule von Virginie Lydie ist vor allem die Schule des Lebens. Ausgehend von der Prämisse, dass Haushaltsunfälle eine der häufigsten Todesursachen in Frankreich sind, fühlt sie sich ebenso wohl dabei, die Außenwelt zu erkunden.Mit einem Abschluss in Marketing und Kommunikation, über 15 ...
Die Schule von Virginie Lydie ist vor allem die Schule des Lebens. Ausgehend von der Prämisse, dass Haushaltsunfälle eine der häufigsten Todesursachen in Frankreich sind, fühlt sie sich ebenso wohl dabei, die Außenwelt zu erkunden.
Mit einem Abschluss in Marketing und Kommunikation, über 15 Jahre Erfahrung auf der Seite des Werbetreibenden und in Agenturen, schrieb sie sich 2007 für das internationale Zertifikat in menschlicher Ökologie ein. Sie schätzt diesen transdisziplinären Ansatz, der die Beziehungen zwischen Mensch und seiner Umwelt im weitesten Sinne (physisch, wirtschaftlich, soziokulturell…) erfasst. Sie entscheidet sich für die Unabhängigkeit und beginnt mit dem Schreiben. In der Zwischenzeit ist ein Ereignis eingetreten: als Kind unter X geboren, hat sie ihre leibliche Mutter wiedergefunden.
Die Themen Identität und Exil beschäftigen sie. Ihr Essay „Traversée interdite“, der den Harragas (den Grenzbrüchern) gewidmet ist, erhielt sehr positive Kritiken. Sie wurde eingeladen, darüber bei den „Lundis de Mediapart“ im März 2011 zu diskutieren, auf dem Set von TV5 Monde, in den Studios von France Culture. In dem Buch „Ma vie de clandestin en France“ gibt sie Mehdi Sayed, 17 Jahre alt im Frankreich der Unterwelt, das Wort, dem sie über drei Jahre in den Gerichten, im Gefängnis, in der Abschiebehaft, im Krankenhaus und in Tunesien, wo er abgeschoben wurde, gefolgt ist…
Im Jugendbereich zögert sie nicht, als „schwierig“ geltende Themen anzusprechen. Ein kurzer Roman, „24 Stunden im Leben von Théo“, behandelt die Drogenabhängigkeit mit Takt und Realismus: Prävention beginnt, bevor es zu spät ist! In ihrem Dokumentarfilm über den Suizid von Jugendlichen, „Mourir pour exister“, lässt sie suizidale Jugendliche und deren Eltern zu Wort kommen, versucht, Tabus und vorgefasste Meinungen zu brechen.
In einem ganz anderen Bereich hat die Erstellung von Texten für einen GPS-Wander-Audioguide für Blinde sie erkennen lassen, dass sie „sah, ohne zu sehen“. Seitdem hat sie den Inhalt von etwa dreißig GPS-Wanderführern geschrieben. Die Anforderungen dieses Mediums sind für sie eine spannende Herausforderung, die kurzen Formate der Texte dürfen weder der Kreativität noch der Qualität der Informationen schaden.