Catherine L'Ecuyer, eine kanadische Anwältin mit einem MBA, arbeitet derzeit als Forscherin, Autorin und Rednerin über den Wonder Approach.
Der Wonder Approach ist eine neue Lerntheorie, die sie kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Frontiers in Human Neuroscience veröffentlicht hat. Ihr Buch, Der Wonder Approach, wurde in Italien, Korea und Spanien (2012) veröffentlicht, wo es als Bestseller gilt (10. Auflage). Ihr Blog erhält mehr als 150.000 Besuche pro Jahr.
In den letzten 20 Jahren haben unsere Kinder in einer Umgebung gelebt, die immer hektischer, wettbewerbsorientierter und anspruchsvoller wird. In diesen Jahren sind die Eltern mit einer neuen Herausforderung in der Bildung konfrontiert worden. Sie sind zu der Überzeugung gelangt, dass ‚mehr und früher besser ist‘. Infolgedessen werden Kinder ermutigt, mit Bildungsspielzeug zu spielen, sind unter Druck, in einer Aktivität nach der anderen hervorragend abzuschneiden, und sind stundenlang schnellen Bildschirmansichten ausgesetzt. Brauchen Kinder so viel Input? Es ist an der Zeit, eine Reihe von Bildungsmythen zu enthüllen.
Aktuelle Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft zeigen uns, dass mehr und früher nicht besser ist. Im Gegenteil, ständiger Lärm und Reize rauben unseren Kindern die Aufmerksamkeit und unterbrechen ihren natürlichen Lernprozess, was es ihnen zunehmend erschwert, zu beobachten, zu hinterfragen und zu staunen. Nach Aristoteles strebt jeder Mensch von Natur aus danach zu lernen oder zu ‚wundern‘. Der Wonder Approach besteht darin, eine förderliche Umgebung zu schaffen, damit das natürliche Verlangen unserer Kinder und später Teenager zu lernen, gedeihen kann. Der Wonder Approach respektiert das eigene Tempo unserer Kinder, ihr Bedürfnis nach Stille, Natur und Geheimnis, gibt ihnen Gelegenheiten für Schönheit und gibt ihnen die Liebe zum Lernen zurück, mit der sie geboren wurden.